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EIN RÜCKBLICK: 65 JAHRE UNION WEST-WIEN
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DIE ANFÄNGE
Nach der Rückkehr aus dem zweiten Weltkrieg nahmen Rudolf Vöhr, Fritz Weyer, Karl Guld und Karl Radl mit dem ehemaligen Obmann des Vorgängervereines, dem Christlich-Deutschen Turnverein, Theodor Körner - Hütteldorf 1932, Kontakt auf, um einen neuen Turn- und Sportverein zu gründen. Dies geschah am Ende des Jahres 1945, jeweils nach der Rückkehr der genannten.
Bereits im Sommer 1945 hatte Anna Wistermaier ebenfalls eine Neugründung angeregt.
DIE GRÜNDUNG Am 16. Jänner 1946 wurde schließlich eine Wiedersehensfeier einberufen und hierbei der Beschluss gefasst, den neuen Verein Hütteldorf-Baumgarten bei der schon bestehenden Österreichischen Turn- und Sportunion als Zweigverein anzumelden. Die erste Vereinsleitungssitzung wurde am 16. Februar 1946 abgehalten, die Mitglieder dieser ersten Vereinsleitung waren Obmann Carl Fuld, dieTurnwarte Karl Guid und Fritz Weyer, Sport- und Schriftwart Rudolf Vöhr, Kulturwart Karl Rabl und Kassenwart Anna Wistermaier. |
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AUFNAHME DES ÜBUNGSBETRIEBES Der Übungsbetrieb wurde mit Volkstanzkursen und dem Turnen begonnen, wobei das Turnen im damaligen Vereinslokal, dem Gastbaus "Zum Schweinernen Frack" in Hütteldorf unter der Leitung von Anna Wistermaier unter Zuhilfenahme von sage und schreibe zwei Langbänken durchgeführt wurde. Doch schon im März 1946 wurde der Turnbetrieb in der Volkschule Hütteldorf aufgenommen, zwar im ungeheizten Turnsaal und bei eingeschlagenen Fensterscheiben, doch mit Begeisterung und Zuversicht. Hütteldorf war also der Anfang und die Keimzelle, es war aber schon damals klar, dass es dabei nicht bleiben sollte. Eine Ausdehnung wurde schon damals geplant, sodass noch im Jahre 1946 die Namensänderung des Vereines auf "Österreichische Turn- und Sportunion West-Wien (Hütteldorf 1932)" erfolgte, und im Jahre 1956 wurde auch der in Klammern stehende Zusatzname endgültig weggelassen. |
![]() UWW-Übungsbetrieb Anno 1946 |
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DIE GEBURT DES UWW-CUPS
Noch im Jahre 1946 wurde auch in der Hochsatzengasse und in Ober St. Veit der Turnbetrieb aufgenommen und es folgte noch in diesem Gründungsjahr die erste Veranstaltung, mit der der Verein an die Öffentlichkeit trat - der 1. Union West-Wien Cup. Bei diesem Wettkampf, der für alle Wiener Union Vereine ausgeschrieben wurde und der als Wiedersehensfest für alle vom 2. Weltkrieg heimgekehrten Sportkameraden gedacht war, waren 200 Wettkämpfer in den Bewerben Faustball für Männer und Fangball für Damen am heute nicht mehr existierenden Sportplatz in der Deutschordenstraße am Start.
Somit war der West-Wien-Cup geboren, der jahrelang die größte Sportveranstaltung in Wien, mit bis zu 1.000 (!) aktiven TeiInehmern, war und unter der Hauptorganisation von Fritz Weyer die schon damals sprichwörtliche Organisationskunst der gesamten Union West-Wien eindrucksvoll immer wieder unter Beweis stellte.
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![]() Das 100-Meter-Finale des 1. UWW-Cup |
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DIE 50er Für den weiteren Aufstieg der UWW war aber auch nachstehende Weichenstellung von großer Bedeutung: im April 1947 wurde folgender Beschluss beim Verbandstag der Österreichischen Turn- und Sportunion einstimmig gefasst: " Die Österreichische Turn- und Sportunion ist und bleibt ein unpolitischer Verband. Wir wollen unpolitisch bleiben, weil diese Einstellung dem einmütigen Willen der in unseren Reihen tätigen Jugend entspricht und weil wir überzeugt sind, dass wir gerade durch unsere unpolitische Haltung unserer Weltanschauung, unserer Organisation, unserem Vaterland Österreich und darüber hinaus dem menschenverbindenden Sport am besten dienen können."
Es wurden weitere Turnplätze eröffnet, bereits 1950 die erste Vorturnerschulung durchgeführt und in den Fünfzigerjahren neue Sparten gegründet: Leichtathletik, wo schon bald Österreichische Meistertitel errungen wurden, Handball, Basketball, Skilauf, Fechten, Gymnastik und Tanzsport.
1952 kam es nach jahrelangen Bemühungen von Rudolf Vöhr zum Bau des ersten Vereinsheimes in Wien 14, Linzer Straße 431.
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![]() Das UWW-Vereinsheim, 1140 Wien |
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DIE 60er |
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DIE 70er Aber auch der Breitensportgedanke drängte sich schon damals mehr und mehr in den Vordergrund, (Frauenturnen und Gymnastik, Kleinkinder-, Kinder und Jugendturnen sowie im Jahre 1968 die erste Einheit Mutter-Kind Turnen) was sich in weiterer Folge in immer schneller steigenden Mitgliederzahlen bemerkbar machte. Nach 25 Jahren hatte der Verein bereits eine Größe von rund 3.000 Mitgliedern erreicht, es wurden etwa 100 Übungseinheiten pro Woche in 10 Sparten abgehalten; und durch weitere Ausweitung des Breitensports (1971 kamen die ersten Senioren- und Gesundheitsturneinheiten hinzu, 1972 die erste Volleyballeinheit, 1975 Ballett für Mädchen, 1976 Jazzgymnastik und Jazztanz, 1977 Autogenes Training und Badminton ...) sollte diese Entwicklung bis heute andauern. |
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PROFESSIONELLE ORGANISATION
Explosion der Mitgliederzahlen Ende der Sechziger- und in den Siebzigerjahren (1971 3000 Mitglieder, 1976 Verdoppelung auf über 6.000!) machte es dann auch im Jahre 1973 nötig, den ersten hauptberuflichen Koordinator einzusetzen, da die Verwaltung von ehrenamtlichen Helfern alleine nicht mehr bewältigt werden konnte. Dieses Amt wurde erst von Ilse Barnert, Sportjournalistin und ehemalige Staatsmeisterin im Gerätturnen, bekleidet, ab 1976 auch von Kurt Vesely, damals Publizistik- und Politikwissenschaftstudent.
Miriam Kauba arbeitet seit 1979 als Sekretärin bei der UWW, Reinhold Domitrowitsch als Koordinator seit 1980. Richard Gemel war von 1981 bis 1992 als Koordinator für die Union West-Wien tätig und von 1992 bis 2009 bekleidet dieses Amt Alexander Susnik.
Zu einer weiteren Umstrukturierung kam es im April des Jahres 2000, Barbara Spatzier übernahm sämtliche Agenden bezüglich der Mitgliederverwaltung und Alexander Susnik ist seit diesem Zeitpunkt als Sportdirektor für die Gesamtleitung der Organisation zuständig.
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![]() Ilse Barnert, die erste "Hauptamtliche" der UWW |
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DIE 80er
In den Achzigerjahren wurde einerseits das Übungsangebot im Breitensportsektor weiter vergrößert, andererseits war man aber auch mehr und mehr bemüht, der Dualität ein großes Augenmerk zu schenken. Dazu konnte ein vielfältiges Programm an diversen Kursen beitragen.
Die Anzahl der Einheiten pro Woche wird auf fast 300 erhöht, der Mitgliederstand klettert, zwar nicht mehr so explosionsartig, aber stetig, der 8.000er Marke entgegen, bei der wir auch heute noch halten.
In diesen Jahren gab es aber auch in verschiedenen Leistungssparten sensationelle Erfolge - vor allem bei den Leistungsturnern und in der Rhythmischen Gymnastik.
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DIE 90er
Spätestens mit Beginn der Neunziger Jahre begann man auch bei der West-Wien vermehrt dem steigenden Gesundheitsbewusstsein und auch dem Fitnessboom Rechnung zu tragen. Am augenscheinlichsten erkennt man dies, neben dem immer umfangreicheren Angebot, mittlerweile 350 Einheiten pro Woche an gut 40 verschiedenen Übungsstätten, vom Kleinkinderturnen zum Seniorensport, von Aerobic bis zur Wirbelsäulengymnastik, vom Breitensport bis hin zum Hochleistungssport, am Umbau des Vereinsheimes in der Linzer Straße 431 zum modernen UWW-Sportzentrum im Jahre 1990.
Am 1. März 1993 verstarb, völlig unerwartet, Hofrat Rudolf Vöhr, der seit über 30 Jahren als Obmann der UWW fungierte und sicherlich maßgebend für die Entwicklung des Vereines verantwortlich war. Es war für viele kaum vorstellbar, wie es nach seinem Tode weitergehen sollte, doch konnte Dipl. Ing. Martin Grohmann mit einem ambitionierten Team das Werk von Herrn Vöhr mit Geschick und Einsatz bestens fortführen.
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DIE GEGENWART
Seit 29.4.2005 gibt es unter der Obmannschaft von DI Thomas Dworak ein stark verjüngtes Team, das den modernen Zeichen der Zeit folgend angetreten ist, um der UWW einen neuen Qualitätsschub zu verpassen. Thomas Dworak formuliert dies wie folgt:
Die Union West Wien ist Europas größter Sportverein mit 20 Sparten und über 400 Übungseinheiten pro Woche. Für alle Altersklassen bieten wir vielfältige Betätigungsfelder sowohl im Spitzensport als auch im Breitensport. Damit wir auch weiterhin so erfolgreich und vielfältig sind, wollen wir unser Angebot kontinuierlich weiterentwickeln sowie neue Ideen umsetzen.
Die Voraussetzungen dafür sind gut. Der Wellnesstrend steigt unaufhörlich an, die Menschen haben soviel Freizeit wie noch nie und geben auch für die Finanzierung derselben soviel Geld aus wie noch nie. Die zunehmende Vereinsamung älterer Bevölkerungsschichten führt zum Wunsch nach mehr Sozialkontakten.
"Das Ziel meiner Arbeit wird es sein, diesen Bedürfnissen nachzukommen und Räume für Bewegung zu schaffen, für körperliche ebenso wie für geistige. Dazu möchte ich Strukturen schaffen, die sowohl für konsumierende als auch produzierende Mitglieder attraktiv sind und ihnen ausreichend Freiraum für ihr Handeln im Sinne der Gemeinschaft ermöglichen. Dies kann aber nur gelingen, wenn organisatorische, finanzielle und sportliche Faktoren auf einer soliden Basis stehen. Und genau diese Basis gilt es, weiter zu festigen", so Thomas Dworak.
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(c) polar
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